Kurzfragebogen für suchtbelastete Familienmitglieder SQFM-AA (Version Glücksspiel)

Hintergrund
Bislang war es nur schwer möglich, die Belastung zu erfassen, der Angehörige von suchtkranken Menschen ausgesetzt sind. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Orford (University of Birmingham, England) haben wir daher den Short Questionnaire for Family Members (affected by addiction, SQFM-AA) in der Version Glücksspiel übersetzt.

Der Kurzfragebogen für suchtbelastete Familienmitglieder SQFM-AA (Version Glücksspiel) beruht auf dem Stress-Strain-Coping-Support-Modell (Abbildung 1).

Abbildung 1: Stress-Strain-Coping-Support-Modell (SSCS; Orford et al., 2007, 2009, 2010; Übersetzung: Buchner, 2015)

 
Ziel
Mit dem Kurzfragebogen werden der Einfluss der Problematik, verschiedene Bewältigungsstile, psychische und physische Symptomen sowie soziale Unterstützung erfasst (Abbildung 2). Mit diesem Fragebogen lassen sich relevante Bereiche für Therapie und Beratung identifizieren und somit die Behandlungsplanung verbessern. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch den Einsatz eines international genutzten Fragebogens künftig Daten verglichen werden können. Damit kann auf einer fundierten Datenbasis auf die Bedürfnisse der Klientel sowie auf die Notwendigkeit einer adäquaten Unterstützung aufmerksam gemacht werden.

Abbildung 2: Skalen des Kurzfragebogen für suchtbelastete Familienmitglieder SQFM-AA (Version Glücksspiel)

Aktueller Stand
Inzwischen liegen auch erste Daten zur Validierung des Fragebogens vor, die auf dem Deutschen Suchtkongress in Hamburg vorgestellt wurden. Weitere Ergebnisse wurden in der Zeitschrift für Psychotherapie  Psychosomatik  medizinische Psychologie (PPmP) veröffentlicht.

Der Fragebogen steht zum kostenfreien Download im Testarchiv des ZPID zur Verfügung:Opens external link in new window http://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

Publikationen
Buchner UG, Koytek A, Fischer UC, Wodarz N, Wolstein J (2016). Psychometrische Evaluation des deutschen Kurzfragebogens für suchtbelastete Familienmitglieder SQFM-AA (Version Glücksspiel). Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie 66: 155-162. DOI: 10.1055/s-0042-100812

Buchner UG, Koytek A, Arnold M, Wodarz N, Wolstein J (2015). Erfassung der Belastung von Angehörigen am Beispiel Pathologisches Glücksspiel – die Validierung der deutschsprachigen Version des SQFM (AA) – Gambling. Suchttherapie 16(S01): DOI: 10.1055/s-0035-1557605.