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Online-Vortrag: Ergebnisse der Studie Drug Use and Urban Security (DRUSEC) – am Beispiel der Offenen Drogenszene Frankfurts

Kategorie: BAS-Vortragsreihe

Referent: Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt

Datum: 14.07.2021 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Online-Vortrag
Anmeldeschluss: 07.07.2021
Kosten: 0,00 €
Zahlungsziel:
Maximale Teilnehmerzahl: 100
Verfügbare Plätze:

Der gesellschaftliche Umgang mit „Offenen Drogenszenen“ hat sich seit den 90er-Jahren stark gewandelt. Anfang der 90er-Jahre wurde deutlich, dass ein rein repressiver Umgang mit „Offenen Szenen“ nicht die gewünschten ordnungspolitischen Effekte hat. Mit über 1.000 Drogenabhängigen, die sich täglich in der Taunusanlage in Frankfurt/Main aufhielten und offen konsumierten, hatte das Drogenproblem Ende der 80er-, Anfang der 90er Jahre seinen Höhepunkt erreicht. Besonders unter dem Druck der zunehmenden HIV-Infektionen und Drogentodesfälle wurde in Frankfurt ein pragmatischer und akzeptierender drogenpolitischer Ansatz ausgearbeitet. Seitdem ist der Umgang mit Drogenabhängigkeit zu einem wichtigen Thema des komplexen Zusammenhangs von Politik, Polizei, Justiz, Prävention, Medien und Zivilbevölkerung geworden. Es wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Instrumente entwickelt, um den öffentlichen Raum zu entlasten, einen möglichst progressiven Umgang mit den lokalen Szenen zu entwickeln und das Zusammenleben von Zivilbevölkerung und Offener Drogenszene möglichst reibungslos zu gestalten. Von diesen Instrumenten haben sich insbesondere Drogenkonsumräume (DKR) als ein wirksames Mittel erwiesen, um gleichzeitig den öffentlichen Raum zu entlasten und Konsumierenden illegalisierter Substanzen einen möglichst sicheren und hygienischen Konsumvorgang anzubieten.
Die im Projekt DRUSEC vom ISFF generierten Ergebnisse bestätigen, dass die subjektive Sicherheitswahrnehmung sich von objektiven Sicherheitsrisiken unterscheidet und unterschiedliche Parameter wie Gender, Kultur, Alter, Tageszeiten etc. die Wahrnehmung von (Un-)Sicherheit stark beeinflussen. So verstärkt sich die subjektive Sicherheitswahrnehmung des Frankfurter Bahnhofsviertels beispielsweise mit der Häufigkeit der Nutzung dieses Raumes. Außerdem konnte festgestellt werden, dass zentrale Risiken (z.B. (sexuelle) Gewalt, Beleidigungen, Sexistische Übergriffe) im von Männlichkeit* dominierten Raum des Frankfurter Bahnhofsviertels für die Zivilbevölkerung geschlechtsunabhängig nicht von der offenen Drogenszene, sondern insbesondere von alkoholisierten Männer*(gruppen) ausgehen.
Insgesamt konnte herausgearbeitet werden, dass sich der Großteil an Unsicherheitswahrnehmungen aus städte- und ordnungspolitischen und weniger aus drogenpolitischen Themenfeldern ergibt (z.B. Obdachlosigkeit, Vermüllung, Rotlicht, Strafverfolgung, etc.). Eine Intensivierung der repressiven Drogenpolitik, wie sie insbesondere in der medialen Öffentlichkeit seit Jahren vermehrt gefordert wird, scheint daher nicht ratsam. Es besteht Bedarf, die Strategien und Angebote anzupassen bzw. zu verbessern. Hierbei stimmen die Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge von Konsumierenden, Nutzer*innen und Expert*innen in den meisten Punkten überein. Grundsätzlich sollte Drogenabhängigkeit gesamtgesellschaftlich als Erkrankung akzeptiert werden und die existierenden Hilfeangebote im Sinne des neuen Bundesteilhabegesetz (BTHG) Vermittlungs- und Nutzungsbarrieren für alle psychisch erkrankten Personen – auch Drogenkonsumierende - abbauen.

Die Veranstaltung findet von 17:30 - 19:00 Uhr Online über die Plattform "Zoom" statt. Die Einwahldaten werden Ihnen einen Tag vor dem Online-Vortrag übermittelt.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe finden Sie hier (Flyer).

Teilnahmegebühr:
keine

Gerne können Sie den Veranstaltungshinweis auch an Interessierte aus Ihrem beruflichen Umfeld weitergeben!

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