Versorgung Drogenabhängiger in Haft

Hintergrund
Inhaftierte Drogenabhängige in bayerischen Justizvollzugsanstalten haben, wie alle anderen Inhaftierten, Anspruch auf freie Heilfürsorge. Mediziner und Krankenpflegekräfte stehen in den Anstalten zur Verfügung, um die medizinische Versorgung lege artis zu gewährleisten. Dies schließt gesundheitspräventive und infektionsprophylaktische Maßnahmen sowie die ärztliche Behandlung, bezogen auf die Suchterkrankung wie auf Folge- und Begleiterkrankungen, ein.

Tatsächlich stellt sich die Gesundheitsversorgung inhaftierter Drogenabhängiger in Bayern recht unterschiedlich dar. Es gibt dringenden Entwicklungsbedarf, sei es im Hinblick auf die Behandlung von somatischen oder psychiatrischen Erkrankungen, auf eine substitutionsgestützte Behandlung oder auf infektionsprophylaktische Maßnahmen.

Ein weiteres, für Drogenabhängige zentrales Thema sind suchtbezogene Risiken beim Übergang von der Haft in Freiheit. Rund 10% der bayerischen Drogentoten verstarb 2010 wenige Tage nach ihrer Entlassung aus der JVA (Stand: 30.09.2010, Quelle: LKA Bayern) – ein Indiz, dass opiatabhängige Inhaftierte nicht vorbereitet sind auf die Realitäten der „Außenwelt“. Es erscheint sinnvoll, das Übergangsmanagement auf entsprechende Notwendigkeiten hin zu überprüfen und z.B. Maßnahmen durchzuführen, die die Risiken einer Überdosierung minimieren.


Zielgruppe
in Abhängigkeit von der Veranstaltung variierend: Ärzte und medizinisches Personal der Justizvollzugsanstalten, Leiter von Justizvollzugsanstalten, Sozialdienste der Gefängnisse, Suchthilfe 


Rückblick Aktivitäten 2011-2014

 

Fachtagung 2011 zur Gesundheitsförderung und ärztlichen Versorgung Drogenabhängiger in Justizvollzugsanstalten (in Kooperation)
Im Rahmen einer Fachtagung mit dem Titel „Gesundheitsförderung und ärztliche Versorgung Drogenabhängiger in Justizvollzugsanstalten“, die in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband am 02.02.2011 in München stattgefunden hat, wurden zwei zentrale Themen diskutiert: (1) das allgemeine Gesundheitsmanagement und die ärztliche Versorgung in bayerischen Haftanstalten allgemein und unter besonderer Berücksichtigung der Gegebenheit, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Inhaftierten eine Suchterkrankung aufweist. (2) die Bedeutung des Übergangsmanagements als Voraussetzung für eine passgenaue Hilfe zur Wiedereingliederung nach Haftentlassung. Ferner wurde dargelegt, wie die Begleitung bei ambulanter Reha während des Hafturlaubes und vor Entlassung in Bayern aussieht, für wen sie geeignet ist, welchen Herausforderungen sie sich zu stellen hat und was sie erreichen kann.


BAS-Fortbildungseinheit 2011 zur medizinischen Versorgung Drogenabhängiger (in Kooperation)

Eine weitere Tagung mit der BAS-Fortbildungseinheit zur medizinischen Versorgung Drogenabhängiger wurde am 21.07.2011 in der Justizvollzugsschule in Straubing angeboten. Zielsetzung war es, dem medizinischen Personal im Justizvollzug in Bayern im Rahmen einer suchtspezifischen Weiterbildung praxisrelevante Informationen über den Umgang mit (Schwerst-) Abhängigen und die medizinische Versorgung von Suchterkrankungen an die Hand zu geben. Die Weiterbildung diente der Vermittlung neuester Erkenntnisse zur Behandlung dieser Drogenabhängigen und der Bearbeitung zentraler Fragestellungen aus dem Gebiet der Versorgung polytoxikomaner Patienten unter den Bedingungen einer Haft.

 

Fachveranstaltung 2012 für die externe Suchtberatung im Strafvollzug (in Kooperation)
Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der externen Suchtberatung im Strafvollzug hat die Koordinationsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) in Kooperation mit der BAS und der Justiz eine Fachveranstaltung mit dem Titel "Externe Suchtberatung - ein wichtiger Baustein in den bayerischen Justizvollzugsveranstalten" angeboten. Die Tagung vermittelte aus Sicht der Justiz und der Suchthilfe einen Einblick in die komplexen Strukturen und Herausforderungen des Suchtberatungsprozesses in den bayerischen Justizveranstaltungen.

 

Fachtagung 2013 "Substitution in anderen Umständen" (in Kooperation)
Am 14.11.2013 fand seitens der Nürnberger Suchthilfe in Kooperation mit dem BAS e.V. die Tagung "Substitution in anderen Umständen" statt, die u.a. einen Vortrag zu "Substitutionstherapie Opiatabhängiger in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg" und einen Workshop zu "Substitution in Haft" beinhaltete.

2014 „Substitutionsbehandlung Opiatabhängiger im Rahmen einer Inhaftierung in Bayern“
Diese Zusammenfassung des aktuellen Stands der Substitution in Haft wurde von JVA-Ärzten in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Justiz und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erstellt. Initiates file downloadpdf. hier:

 

 

 

Ihre Ansprechpartnerin:
Dipl.-Psych. Melanie Arnold

Tel.: 089.530 730 - 10
E-Mail: melanie.arnold@bas-muenchen.de