Suchtforschungstelegramm

Ausgabe 53

13.04.2026

Liebe Leserinnen und Leser, liebe BAS-Interessierte,

auch im Jahr 2026 greift die BAS mit ihrem Veranstaltungsprogramm aktuelle Entwicklungen und zentrale Herausforderungen im Bereich Sucht auf. Den Auftakt bildet das 25. Suchtforum in Bayern unter dem Titel „Digital gestützt, digital gefordert – Sucht und Hilfe im Wandel“. Hier werden Chancen und Grenzen digitaler Angebote ebenso beleuchtet wie deren Bedeutung für bestehende Hilfesysteme.

Im Mai widmet sich eine Fachtagung der Versorgung suchtkranker Inhaftierter in Bayern. Diese Tagung adressiert aktuelle Entwicklungen, Versorgungspraktiken und strukturelle Herausforderungen in Bayerns Justizvollzuganstalten. Darüber hinaus bietet ein Workshop zu telemedizinischen Behandlungsmöglichkeiten bei Abhängigkeitserkrankungen praxisnahe Einblicke in innovative Versorgungsformen. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Angebote nutzen, und auf den weiteren Austausch mit Ihnen.

Zudem möchten wir Sie gerne informieren, dass die BAS die Koordination des bayerischen Landesknotenpunkts im Rahmen des „National Early Warning System (NEWS)“ übernimmt. Auf Basis unserer etablierten Netzwerke und Kommunikationsstrukturen möchten wir den Aufbau des Knotenpunkts zügig vorantreiben und hoffen dabei auf Ihre Unterstützung und Vernetzung.

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Thomas Gredner und Dr. Beate Erbas
sowie das BAS-Team

Das Geschäft mit dem Leid – wie viel Umsatz macht die Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum?

Hintergrund

Alkoholkonsum zählt zu den bedeutendsten vermeidbaren Risikofaktoren für Morbidität und Mortalität und ist mit erheblichen individuellen sowie gesellschaftlichen Folgekosten verbunden. Vor diesem Hintergrund kommt der Regulierung alkoholbezogener Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle in der Public-Health-Strategie zu. Gleichzeitig ist die Alkoholindustrie strukturell auf den Absatz ihrer Produkte angewiesen und tritt teilweise als Akteur in Prävention und Aufklärung auf, was potenzielle Interessenkonflikte mit sich bringt. Der vorliegende Beitrag untersucht daher, in welchem Ausmaß der Umsatz der Alkoholindustrie in Deutschland durch riskanten und hochriskanten Konsum generiert wird und leistet damit einen Beitrag zur Einordnung industriebezogener Präventionsansätze.

Methodik

Die Analyse basiert auf bevölkerungsrepräsentativen Daten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Der individuelle Konsum wurde anhand etablierter Grenzwerte in niedrig-riskanten, riskanten und hochriskanten Konsum klassifiziert. Diese Differenzierung ermöglicht eine gesundheitsbezogene Einordnung der Konsummuster. Durch die Kombination von Prävalenzdaten mit Angaben zum durchschnittlichen Konsumvolumen wurde der Anteil der jeweiligen Konsumgruppen am Gesamtalkoholverbrauch modelliert. Unter der Annahme eines proportionalen Zusammenhangs zwischen konsumierter Alkoholmenge und generiertem Umsatz wurde darauf aufbauend der Beitrag der einzelnen Konsumgruppen zum Gesamtumsatz der Alkoholindustrie geschätzt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Anteil des gesamten Alkoholkonsums auf Personen mit riskantem und hochriskantem Konsum entfällt. Diese Gruppen konsumieren zusammen mehr als die Hälfte der insgesamt getrunkenen Alkoholmenge und tragen damit in substanziellem Maße zum Gesamtumsatz der Alkoholindustrie bei. Demgegenüber fällt der Anteil niedrig-riskant konsumierender Personen am Gesamtverbrauch und entsprechend am Umsatz deutlich geringer aus. Die Befunde verdeutlichen somit, dass die ökonomische Basis der Alkoholindustrie in erheblichem Umfang auf Konsummustern beruht, die aus gesundheitlicher Perspektive als problematisch einzustufen sind.

Diskussion

Die vorliegenden Ergebnisse legen einen grundlegenden strukturellen Zielkonflikt zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Alkoholindustrie und den Zielen der öffentlichen Gesundheit nahe. Während Public-Health-Maßnahmen auf eine Reduktion insbesondere riskanten Konsums abzielen, ist ein bedeutender Anteil der Industrieeinnahmen gerade von diesen Konsumformen abhängig.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Rolle der Alkoholindustrie in der Prävention kritisch zu bewerten. Insbesondere Strategien, die auf die Förderung „verantwortungsvollen“ oder moderaten Konsums abzielen, könnten durch inhärente Interessenkonflikte begrenzt sein, da eine substanzielle Reduktion des Hochkonsums ökonomische Einbußen implizieren würde. Die Ergebnisse stützen damit die Forderung nach einer stärkeren Trennung zwischen gesundheitspolitischen Zielsetzungen und industriegeleiteten Maßnahmen.

Bedeutung für Forschung & Praxis

Aus Public-Health-Perspektive unterstreichen die Befunde die Notwendigkeit evidenzbasierter und industrieunabhängiger Präventions- und Regulierungsstrategien. Insbesondere bevölkerungsbezogene Maßnahmen wie Preiserhöhungen (z. B. durch Besteuerung), Einschränkungen der Verfügbarkeit sowie Werberegulationen gelten als wirksam zur Reduktion des Gesamtkonsums und insbesondere des Hochkonsums.

Darüber hinaus erscheint eine stärkere Fokussierung auf Hochrisikogruppen im Rahmen selektiver und indizierter Präventionsansätze sinnvoll. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, gesundheitspolitische Maßnahmen konsequent an epidemiologischen Evidenzen auszurichten und potenzielle Interessenkonflikte mit wirtschaftlichen Akteuren systematisch zu berücksichtigen.

Quelle

Kilian, C., Stüben, N., Schranz, A., Möckl, J., Olderbak, S., Kraus, L., & Manthey, J. (2026). Das Geschäft mit dem Leid – wie viel Umsatz macht die Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum? SUCHT, 72(1), 5–11. https://doi.org/10.1024/0939-5911/a000955

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Prädiktoren irregulärer Beendigungen alkoholspezifischer Suchtbehandlungen

Hintergrund

Alkoholbezogene Störungen stellen eine erhebliche gesundheitliche und soziale Belastung für Betroffene, ihr Umfeld und die Gesellschaft dar. Die Behandlung ist durch geringe Inanspruchnahme, hohe Rückfallraten und häufige vorzeitige Behandlungsabbrüche geprägt. Abbrüche gelten als wichtiger Prädiktor für Rückfälle, entsprechend gilt die Haltequote als zentraler Indikator für den Behandlungserfolg. Die Abbruchquoten unterscheiden sich international sowie innerhalb Deutschlands deutlich je nach Behandlungsart. Zu den Einflussfaktoren für eine vorzeitige Beendigung zählen kognitive Beeinträchtigungen, eine schwache therapeutische Allianz, Persönlichkeitsstörungen und jüngeres Alter, während auch behandlungsbezogene Merkmale eine Rolle spielen. Bisherige deutsche Studien sind in ihrer Generalisierbarkeit begrenzt, da sie sich vorwiegend auf einzelne Einrichtungen stützen. Die vorliegende Studie untersucht soziodemografische und gesundheitsbezogene Einflussfaktoren auf vorzeitige Beendigungen in drei alkoholspezifischen Suchtbehandlungsformen (stationäre Alkoholbehandlung, qualifizierte Entzugsbehandlung und Rehabilitation) sowie den Einfluss der Behandlungshistorie auf irreguläre Beendigungen. Dabei werden Leistungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung (DRV) genutzt, da diese große sowie heterogene Stichproben abbilden und die Analyse realer Versorgungshistorien über mehrere Jahre ermöglichen.

Methodik

Für die Analyse wurden die Leistungsdaten der gesetzlichen Krankenkassen AOK Rheinland/Hamburg und DAK-Gesundheit sowie der DRV herangezogen. Untersucht wurden in Hamburg lebende Versicherte ab 18 Jahren, die zwischen 2016 und 2021 mindestens eine stationäre Alkoholbehandlung (SAB, n = 1.779 Personen, n = 3.811 Episoden), eine qualifizierte Entzugsbehandlung (QEB, n = 1.911, n = 3.758 Episoden) oder eine medizinische Rehabilitationsbehandlung (REHA, n = 550 Personen, n = 672 Episoden) erhalten hatten. Die irreguläre Beendigung jeder Behandlungsepisode wurde mit hierarchischen logistischen Regressionsmodellen analysiert. Als Prädiktoren dienten soziodemografische Merkmale (Geschlecht, Alter, Erwerbsstatus, Nationalität), Gesundheitszustand (Komorbidität, Medikation, Pflegestatus) sowie Angaben zur Behandlungserfahrung (Behandlungsanzahl, Behandlungsart und Beendigungsform).

Ergebnisse

Über alle drei Behandlungsgruppen hinweg waren die Patient:innen überwiegend männlich, im mittleren Alter und nicht erwerbstätig. Irregulär beendet wurden insgesamt 27,4 % der SAB, 17,4 % der QEB und 25,1 % der REHA. Behandlungsübergreifend waren ein jüngeres Alter, fehlende Erwerbstätigkeit (bei REHA-Behandlungen knapp nicht signifikant) sowie frühere Behandlungsabbrüche mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer irregulären Beendigung einer Alkoholbehandlung assoziiert. Darüber hinaus zeigten sich behandlungsspezifische Muster: SAB‑Abbrüche waren mit männlichem Geschlecht, dem Fehlen dokumentierter Begleiterkrankungen sowie vorangegangenen SAB- und QEB-Abbrüchen assoziiert. Eine zuvor regulär abgeschlossene SAB-Behandlung wirkte dagegen protektiv und begünstigte den Verbleib in der Behandlung. QEB-Abbrüche standen vor allem mit vorherigen SAB-Abbrüchen in Zusammenhang. REHA-Abbrüche traten häufiger bei vorherigen QEB-Abbrüchen, im ambulanten Setting sowie bei Patient:innen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit auf. Insgesamt blieb der erklärende Beitrag der untersuchten Prädiktoren jedoch gering.

Diskussion

Die Ergebnisse deuten auf eine Patient:innengruppe mit behandlungsübergreifend erhöhter Abbruchneigung hin. Möglicherweise werden die wiederholten Therapieabbrüche durch eine geringe Selbstwirksamkeit und eine unzureichende Passung zwischen individuellen Bedürfnissen und bestehenden Versorgungsangeboten begünstigt. Präventiv könnten die frühzeitige Thematisierung von Abbrucherfahrungen sowie stärker unterstützende und partizipative Behandlungsansätze wirken. Zudem waren jüngeres Alter, fehlende Erwerbstätigkeit und – in der Rehabilitation – nicht-deutsche Staatsangehörigkeit mit einer höheren Abbruchwahrscheinlichkeit verbunden, was auf motivationale, arbeitsbezogene sowie sprachliche und kulturelle Barrieren hinweist. Gleichzeitig verdeutlicht der protektive Effekt zuvor regulär abgeschlossener Entgiftungsbehandlungen, dass ein höherer Schweregrad alkoholbedingter Störungen nicht zwangsläufig mit einem erhöhten Abbruchrisiko einhergeht. Insgesamt unterstreichen die Befunde die Notwendigkeit weiterer Studien, insbesondere mit direkter Erfassung individueller Abbruchgründe.

Bedeutung für Forschung & Praxis

Die Studie identifiziert einen Subtyp von Patient:innen mit erhöhter Abbruchneigung in alkoholspezifischen Suchtbehandlungen. Diese Neigung lässt sich offenbar weniger durch die berücksichtigten soziodemografischen oder gesundheitsbezogenen Faktoren bzw. durch vorausgegangene Behandlungen erklären, sondern deutet auf bislang unzureichend untersuchte Einflussgrößen hin. Zudem erscheint es plausibel, dass das bestehende Versorgungssystem nicht optimal auf Hochrisikopatient:innen abgestimmt ist; Anpassungen wie die Reduktion von Barrieren oder eine Abkehr von starren Abstinenzvorgaben könnten die Passung der Behandlung an individuelle Bedürfnisse verbessern. Angesichts der Bedeutung von Behandlungsabbrüchen als zentralem Risikofaktor für Rückfälle besteht ein klarer Bedarf an longitudinalen Studien, die Patient:innen-, Therapeut:innen- und Therapiefaktoren gemeinsam untersuchen.

Quelle

Schranz, A., Kilian, C., Manthey, J., Schäfer, I., Schulte, B., & Kraus, L. (2026). Prädiktoren irregulärer Beendigungen alkoholspezifischer Suchtbehandlungen. Suchttherapie, 1(27), 5 – 50. https://doi.org/10.1055/a-2793-7064

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Cannabis- und Alkoholkonsum zur Einleitung des Schlafs bei jungen Erwachsenen

Hintergrund

Mehr als ein Fünftel der jungen Erwachsenen in den USA berichten über Schwierigkeiten beim Ein- bzw. Durchschlafen. Cannabis und Alkohol können das Einschlafen fördern. Ein regelmäßiger Konsum der genannten Substanzen ist jedoch mit potenziellen Risiken verbunden und kann problematische Auswirkungen haben. Dabei kann sich beispielsweise eine Toleranz entwickeln, sodass die Konsummenge gesteigert werden muss, um gleichbleibende schlafbezogene Effekte zu erzielen. Dies kann wiederum zur Entstehung von Substanzgebrauchsstörungen beitragen und bestehende Schlafprobleme weiter verstärken. Der empirische Forschungsstand verdeutlicht, dass das junge Erwachsenenalter eine sensible Entwicklungsphase darstellt, die sowohl durch ein erhöhtes Risiko für Substanzkonsum als auch für Schlafstörungen bzw. Schlafprobleme gekennzeichnet ist. Diese Konstellation und der bestehende Bedarf an repräsentativen Daten zum Konsum von Cannabis und Alkohol als „Einschlafhilfe“ bilden den Ausgangspunkt für die vorliegende Erhebung.

Methodik

Die genutzten Daten stammen aus der „Monitoring the Future“ (MTF) Panelstudie 2022 –2023, die US‑amerikanische junge Erwachsene im Alter von 19 bis 30 Jahren aus 12.-Klasse‑Kohorten von 2010 bis 2022 untersuchte. Erfasst wurden verschiedene Formen des Substanzkonsums, darunter Cannabis, Alkohol und kombinierter Konsum in den vergangenen 12 Monaten (ja oder nein); täglicher oder nahezu täglichen Konsum in den vergangenen 30 Tagen (≥20 Gelegenheiten), nicht-täglicher Konsum (1–19 Gelegenheiten) oder kein Konsum. Außerdem wurde nach Rauschtrinken (binge drinking) in den vergangenen 2 Wochen gefragt (ja oder nein). Teilnehmende, die im vergangenen Jahr Substanzen konsumiert hatten, wurden zudem gebeten, ihre Konsumgründe anzugeben, darunter auch die Möglichkeit „um einschlafen zu können“. Als Kovariaten wurden Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität, ethnische Zugehörigkeit, Alter und Bildungsstatus berücksichtigt. Die Studie wies Rücklaufquoten von 51,5 % unter aktiven Teilnehmenden und 34,5 % der ursprünglichen Stichprobe auf.

Ergebnisse

Von den 1.473 Befragten identifizierten sich 51,0 % als weiblich, 44,7 % als männlich und 4,2 % als ein anderes Geschlecht. Die gewichtete Prävalenz unter allen jungen Erwachsenen lag für die Nutzung von Cannabis und/oder Alkohol zum Einschlafen bei 22,4 %. Insgesamt 18,3 % der Befragten nutzten Cannabis zum Einschlafen, während 7,2 % Alkohol zum Einschlafen nutzten. Unter denjenigen, die Cannabiskonsum in den vergangenen 12 Monaten angaben, berichteten 41,4 %, Cannabis zum Einschlafen zu verwenden. Bei den Befragten, die Alkoholkonsum in den vergangenen 12 Monaten angaben, berichteten wiederum 8,6 %, Alkohol zum Einschlafen zu nutzen. Bei den Fällen, in denen in den vergangenen 12 Monaten beide Substanzen verwendet wurden, ergaben sich folgende Anteile: 42,1 % nutzen Cannabis zum Einschlafen, 10,9 % Alkohol und 7,1 % verwendeten beide Substanzen zur Unterstützung des Schlafens. Außerdem standen ein täglicher oder nahezu täglicher Cannabiskonsum sowie eine weibliche oder andere Geschlechtsidentität im Zusammenhang mit der Nutzung von Cannabis zum Einschlafen. Täglicher oder nahezu täglicher Alkoholkonsum stand wiederum auch im Zusammenhang mit der Nutzung von Alkohol zum Einschlafen.

Diskussion

Auf Basis der vorliegenden Studie gab mehr als jeder fünfte Befragte an, Cannabis oder Alkohol zum Einschlafen zu konsumieren. Rund die Hälfte der jungen Erwachsenen, die Cannabis konsumierten, nutzte dies nach eigenen Angaben gelegentlich zum Einschlafen. Frauen konsumierten – im Vergleich zu Männern – häufiger Cannabis als Hilfe zum Einschlafen. Insgesamt wurde Cannabis zudem häufiger konsumiert als Alkohol.

Eine Limitation der Studie liegt in der schulbasierten US-amerikanischen Stichprobe. Vor diesem Hintergrund ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf europäische beziehungsweise deutsche Kontexte nur eingeschränkt möglich. Dennoch liefern die Ergebnisse interessante Ansatzpunkte für weitere Forschung.

 

 

Bedeutung für Forschung & Praxis

Die ermittelten Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, das Bewusstsein von Ärzt:innen für den Zusammenhang zwischen Substanzkonsum und Schlafproblemen bei jungen Erwachsenen weiter zu schärfen, um beispielsweise klinische Interventionen für diese gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen zu entwickeln und anzubieten.

Quelle

Patrick, M. E., Pang, Y. C., & Terry-McElrath, Y. M. (2025). Cannabis and alcohol use to initiate sleep among young adults. JAMA pediatrics, 179(12), 1357-1359. https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2025.3642.

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Spiritualität und gefährlicher Substanzkonsum – eine Metaanalyse

Hintergrund

Die Studie untersucht, ob Spiritualität – verstanden als religiöse oder nichtreligiöse Formen spiritueller Orientierung, Sinnsuche, Verbundenheit oder Praxis – einen schützenden Einfluss auf schädlichen oder riskanten Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hat. Frühere Forschung deutete auf mögliche Zusammenhänge hin, war jedoch oft heterogen oder methodisch begrenzt. Die Autorengruppe wollte daher klären, ob Spiritualität tatsächlich mit einem geringeren Risiko für problematischen Substanzkonsum verbunden ist. Dies ist besonders relevant, da Alkohol- und Drogenkonsum weiterhin zu den größten globalen Gesundheitsbelastungen gehören und präventive Faktoren dringend benötigt werden.

Methodik

Die Meta-Analyse umfasst 55 longitudinale Studien, die im 21. Jahrhundert durchgeführt wurden. Die Studien untersuchten unterschiedliche Formen von Spiritualität, darunter spirituelle Überzeugungen, religiöse Teilnahme, persönliche spirituelle Praktiken oder ein allgemeines Gefühl von Sinn und Verbundenheit. Extrahiert wurden Effektgrößen, die den Zusammenhang zwischen Spiritualität und späterem schädlichen oder riskanten Konsum von Alkohol und anderen Drogen abbilden.

Ergebnisse

Die Meta-Analyse zeigt eine signifikante protektive Assoziation zwischen Spiritualität und späterem schädlichen oder riskanten Konsum von Alkohol und anderen Drogen. Dabei hatten Personen mit höherer Spiritualität ein geringeres Risiko, im Verlauf der Zeit problematische Substanzkonsum-Muster zu entwickeln. Der Effekt war konsistent über verschiedene Studien, Populationen und Formen von Spiritualität hinweg, wobei die genaue Effektgröße je nach Studie variierte. Die Schutzwirkung zeigte sich sowohl für Alkohol als auch für andere psychoaktive Substanzen. Die Analyse fand keine Hinweise darauf, dass der Zusammenhang ausschließlich durch soziale Faktoren (z. B. Einbettung in Gemeinschaften) erklärt werden kann – obwohl diese eine Rolle spielen können.

Diskussion

Die Ergebnisse legen nahe, dass Spiritualität ein relevanter psychosozialer Schutzfaktor gegen riskanten Substanzkonsum sein kann. Mögliche Mechanismen umfassen Sinn- und Werteorientierung, die impulsives oder selbstschädigendes Verhalten reduziert. Außerdem kann eine soziale Einbettung in spirituelle oder religiöse Gemeinschaften unterstützend wirken sowie eine z. B. durch spirituelle Bewältigungsstrategien erworbene emotionale Resilienz Stress und Belastungen abfedern. Schließlich kann auch die Förderung von Selbstkontrolle und langfristiger Zielorientierung zur Risikoreduktion beitragen.

Die Autor:innen betonen, dass Spiritualität nicht als Ersatz für medizinische oder psychotherapeutische Interventionen verstanden werden darf, sondern als ergänzender Faktor, der in Prävention und Behandlung berücksichtigt werden kann. Zudem weisen sie darauf hin, dass Spiritualität kulturell und individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und nicht normativ vorgeschrieben werden sollte. Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge, aber ermöglichen keine Ursache-Wirkungs-Aussagen.

Methodisch überzeugt die Meta‑Analyse durch ihr longitudinales Design, bleibt jedoch durch heterogene Spiritualitätsmaße begrenzt. Die starke Dominanz präventiver Studien schränkt zudem die Übertragbarkeit auf klinische Populationen ein.

Bedeutung für Forschung & Praxis

Für Prävention, Beratung und Therapie ergeben sich mehrere Implikationen:

  • Interventionen, die Sinn, Werte, Verbundenheit oder spirituelle Ressourcen berücksichtigen, könnten wirksamer sein.
  • Wenn Patient:innen spirituelle Bedürfnisse oder Ressourcen haben, kann deren Integration in die Behandlung die Motivation und Resilienz stärken.
  • Spirituelle oder religiöse Gemeinschaften können wichtige Partner in der Suchtprävention sein.
  • Die Ergebnisse unterstreichen, dass Spiritualität ein legitimer Bestandteil psychosozialer Gesundheit ist und in der Versorgung sensibel adressiert werden sollte.

Insgesamt zeigt die Studie, dass Spiritualität ein relevanter, empirisch belegter Schutzfaktor gegen riskanten Alkohol- und Drogenkonsum ist und in der öffentlichen Gesundheitsarbeit stärker berücksichtigt werden sollte.

Quelle

Koh, H. K., Frederick, D. E., Balboni, T. A., O’Reilly, S. M., Kelly, J. F., Humphreys, K., … & VanderWeele, T. J. (2026). Spirituality and Harmful or Hazardous Alcohol and Other Drug Use: A Meta-Analysis of Longitudinal Studies. JAMA psychiatry. https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2025.4816

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Aktuelles aus der BAS

Die BAS ist bayerischer Landesknotenpunkt des bundesweiten Frühwarnsystems NEWS

Das „National Early Warning System (NEWS)“ ist ein bundesweites Frühwarnsystem mit dem Ziel, Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver Substanzen sowie missbräuchlich konsumierter Medikamente frühzeitig zu erkennen und relevante Zielgruppen schnell darüber zu informieren. Die bundesweite Koordination des Frühwarnsystems liegt beim IFT München.

Die BAS ist nun seit Jahresbeginn vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention damit beauftragt einen bayerischen Landesknotenpunkt für NEWS aufzubauen. Sie übernimmt dabei folgende Aufgaben:

▶️ Zusammenführung unterschiedlicher Datenerhebungen und -sammlungen bzw. von Meldungen über „Warnzeichen“, um Neuentwicklungen bezüglich psychoaktiver Substanzen in Bayern frühzeitig zu erkennen

▶️ Aufbau eines entsprechenden Expertennetzwerks auf Landesebene

▶️ Versand von Warnmeldungen, um schnell auf potenziell tödliche neue Substanzen aufmerksam zu machen und Konsumierende vor etwaigen Risiken zu schützen

 

Wenn auch Sie künftig Substanzwarnmeldungen der BAS erhalten möchten, melden Sie sich jetzt zum Verteiler an: Anmeldung zum Verteiler „Substanzwarnmeldungen“ der BAS – Formular ausfüllen.

Gerne können Sie den Link auch an andere Personen weiterleiten und uns damit helfen, unser Netzwerk zu vergrößern.

Was uns besonders am Herzen liegt: Um Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver Substanzen sowie missbräuchlich konsumierter Medikamente frühzeitig erkennen und relevante Zielgruppen schnell darüber zu informieren zu können, sind wir auf die Mithilfe aller assoziierten Berufsgruppen angewiesen: Sollten sie auf sogenannte Warnzeichen aufmerksam werden (z. B. vermehrte Intoxikationen bei Ihren Klientinnen und Klienten/Patientinnen und Patienten, Bericht von unerwartet starken Wirkungen einzelner Substanzen oder von sonstigen Auffälligkeiten, etc.), melden Sie sich bitte umgehen bei uns (bas@bas-muenchen.de). Herzlichen Dank!


 

ESPAD-Studie 2024 in Bayern: Neue Ergebnisse veröffentlicht

Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) 2024 liefert aktuelle Daten zum Konsumverhalten und zu suchtbezogenen Risiken von 15- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schülern in Bayern. Untersucht wurden alle im Jahr 2008 geborenen Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe an Regelschulen in Bayern. Für das Jahr 2024 standen somit Daten von 3.072 Schülerinnen und Schülern zur Verfügung.

Insgesamt zeigt sich, dass sich Substanzgebrauchsmuster bei Jugendlichen verändern, indem traditionelle Substanzen wie Alkohol und Zigaretten an Bedeutung verlieren, während neuere Produkte wie E-Zigaretten oder NPS an Relevanz gewinnen und sich zugleich das soziale Leben zunehmend in digitale Räume verlagert, die problematische Verhaltensweisen begünstigen können

🍺🍷Alkohol: weiterhin verbreitet, aber langfristig rückläufig
Der Alkoholkonsum bleibt unter Jugendlichen weit verbreitet, zeigt jedoch im Langzeitvergleich einen deutlichen Rückgang. Während Anfang der 2000er Jahre fast alle Jugendlichen bereits Alkohol konsumiert hatten, liegt dieser Anteil aktuell deutlich niedriger. Gleichzeitig berichten viele Jugendliche weiterhin von aktuellem Konsum, und ein erheblicher Anteil hat bereits Erfahrungen mit Rauschzuständen gemacht.

🚬🔋Tabak und E-Zigaretten: gegenläufige Entwicklungen
Der Konsum konventioneller Tabakprodukte ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Demgegenüber hat die Nutzung von E-Zigaretten erheblich zugenommen. Insbesondere der Konsum in den letzten 30 Tagen ist bei Jugendlichen stark angestiegen. Die 30-Tage-Prävalenz ist seit 2015 in allen Schulformen deutlich angestiegen und hat sich mindestens verdoppelt, in einzelnen Gruppen sogar verdreifacht.

🌿Cannabis: Zunahme problematischer Konsummuster
Der Cannabiskonsum unter Jugendlichen zeigt im Zeitverlauf keinen linearen Trend, sondern einen wellenförmigen Verlauf mit zunächst rückläufigen, anschließend wieder ansteigenden und zuletzt erneut deutlich sinkenden Prävalenzwerten. Auffällig ist eine Zunahme problematischer Konsummuster. So hat sich die 12-Monats-Prävalenz problematischen Konsums unter Konsumierenden im Vergleich zu früheren Erhebungen nahezu verdoppelt (2007: 6,1 %; 2024: 12,0 %).

💊🧪Andere illegale Substanzen
Der Konsum illegaler Substanzen (außer Cannabis) bleibt insgesamt vergleichsweise selten, jedoch ein relevantes Thema: Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) sind vergleichsweise weit verbreitet, gefolgt von Amphetaminen und Kokain. Dennoch sind diese Substanzen aufgrund ihrer potenziell erheblichen gesundheitlichen, rechtlichen und psychosozialen Risiken weiterhin ein relevantes Thema für Prävention und Aufklärung.

📱🎮Problematische Mediennutzung nimmt deutlich zu
Neben Substanzkonsum zeigt die Studie einen klaren Trend im Bereich der digitalen Mediennutzung. Ein großer Teil der Jugendlichen berichtet von einer intensiven Nutzung sozialer Medien, Online-Angebote oder digitaler Unterhaltung. Der Anteil derjenigen, die ihre eigene Nutzung als zu hoch einschätzen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.  Zudem weisen die Daten auf eine relevante Gruppe von Jugendlichen mit problematischer Internetnutzung hin.

🎰🎲Glücksspiel: weiterhin verbreitet trotz Altersbeschränkung
Glücksspiele mit Geldeinsatz sind unter Jugendlichen trotz bestehender Altersbeschränkungen weiterhin präsent, wobei insbesondere Online-Angebote den Zugang erleichtern. Während der Großteil der Jugendlichen nur gelegentlich spielt, zeigt ein Teil ein häufigeres Spielverhalten, und es bestehen Hinweise auf problematische Nutzungsmuster. Die Befunde verdeutlichen die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen und einer kontinuierlichen Beobachtung dieses Bereichs.

Quelle
Olderbak, S., Olk, K., Deibler, A.-M., & Hoch, E. (2026). Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2024 (ESPAD). Befragung von 2008 geborenen Schülerinnen und Schülern in Bayern. München: IFT Institut für Therapieforschung.
https://doi.org/10.5281/zenodo.18219309

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

Aktuelles zu den Praxistransferprojekten

Gerne möchten wir Sie auf unsere neue Publikation aufmerksam machen. Unsere Studie „Suchtverhalten von Menschen mit Beeinträchtigungen – Ergebnisbericht einer bayernweiten Online-Befragung in der Sucht- und Eingliederungshilfe mit Fokus auf Glücksspiel“ finden Sie hier zum kostenfreien Download.

Innerhalb dieses Projekts wurde außerdem ein Selbsttest in leichter Sprache entwickelt, der nun online ist. Dieser soll Betroffenen eine schnelle Orientierung zu ihrem Glücksspielverhalten und Gesundheitsbewusstsein geben sowie einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratungsangeboten ermöglichen.

Mit dem Projekt „kurz und zeitgemäß informiert“ möchten wir Profis der Suchthilfe und anderen Interessierten Inhalte zu aktuellen Glücksspielthemen und -entwicklungen kompakt, verständlich und praxisnah aufbereitet zur Verfügung stellen.

Pünktlich zur FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026 ist ein neuer Online-Kurs zum Thema Sportwetten gestartet. Der Kurs bietet einen spannenden historischen Überblick, zeigt die Verbindung von Sport und Glücksspiel auf, erläutert die wichtigsten Risikofaktoren und vermittelt praxisnah, wie kognitive Verzerrungen bei Sportwetten wirken.

Darüber hinaus umfasst die Kursreihe weitere aktuelle Themen aus dem Glücksspielbereich wie:

▶️ Spielersperrsystem OASIS: Selbst- und Fremdsperre
▶️ Kryptotrading
▶️ Rechtliche Aspekte im Glücksspiel

Kostenlose Anmeldung hier auf unserer Lernplattform.

Für dieses Jahr ist außerdem ein Kurs zum Thema „Zieloffene Suchtarbeit im Glücksspielbereich“ geplant. Wir laden Sie herzlich ein, unsere kostenlosen Kurse auf der Lernplattform zu besuchen und sich zu aktuellen Glücksspielthemen weiterzubilden.

Aktuell starten wir in gleich zwei weitere spannende Projekte:

  • Personen mit pathologischem Glücksspielverhalten haben ein im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Risiko, Täter:in oder Opfer von Gewalt zu werden. Ca. 40 % der Personen mit pathologischem Glücksspielverhalten sind davon betroffen. Mithilfe eines Praxisleitfadens soll ein Beitrag dazu geleistet werden, Fachkräfte für das Thema Gewalt zu sensibilisieren und konkrete Vorgehensweisen für Beratung und Behandlung
  • Die hohe Komorbidität zwischen pathologischem Glücksspiel und Nikotinkonsum sowie die damit einhergehende erhöhte Mortalitätsrate unterstreichen die Notwendigkeit, dem Thema Rauchen in der Beratung und Behandlung von pathologischen Glücksspieler:innen evidenzbasiert zu begegnen. Derzeit wird das Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht in Bayern zum Status quo und den Bedarfen in der Beratung und Behandlung bei Nikotinkonsumstörungen befragt.

SAVE THE DATE! 16. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel am 21. Juli 2026

Es ist wieder so weit und die Planungen zum 16. Bayerischen Fachkongress Glücksspiel am 21.07.2026 laufen auf Hochtouren. Die Themen des diesjährigen Fachkongresses sind wie jedes Jahr vielseitig und aktuell. Angesichts der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft freuen wir uns neben interessanten Vorträgen am Vormittag besonders auf eine Podiumsdiskussion zum Thema Sportwetten und Sportwetten-Werbung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem zunehmend relevanten Themenfeld: dem Risiko- und Suchtverhalten im Kontext von Online-Trading und Trading-Apps. Am Nachmittag haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Vortrags- und Workshopthemen wie „Kommunikation als Deeskalation – Handlungsmöglichkeiten“, „Fehlende Krankheitseinsicht – Was tun?“, „Recovery Walk“, „Methoden der Gruppenarbeit“ und „Resilienz als Helfende“. Die Teilnahme am diesjährigen Fachkongress ist dank des Hybridformats für alle möglich: Die Veranstaltung findet online und in München in den Räumlichkeiten des Evangelischen Handwerkervereins statt. Eine Anmeldung auf der Website der BAS ist voraussichtlich ab der 17. KW möglich.

Aktueller Stand zur Umsetzung von „HaLT – Hart am LimiT“ in Bayern

HaLT und Cannabisprävention: Modellvorhaben Can-K zur „Übertragbarkeit von Strukturen, Konzepten und Qualitätsmerkmalen des HaLT-Programms auf die Cannabis-Prävention in der Kommune“

HaLT bleibt spannend: Die Villa Schöpflin hat in Abstimmung mit dem HaLT-Bundesnetzwerk und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) und der Medical School Hamburg (MSH) in einer Verbundpartnerschaft Förderanträge für ein Modellvorhaben zur Cannabisprävention (Can-K) eingereicht. Inzwischen ist die Förderzusage seitens des Bundesministeriums für Gesundheit eingegangen und Can-K konnte somit zum 01. April 2026 starten. Es wird über einen Projektzeitraum von 3 Jahren bis zum 31.03.2029 laufen und bundesweit an acht Modellstandorten umgesetzt werden. Diese konnten inzwischen weitestgehend benannt werden und wir freuen uns sehr, dass mit München und Schweinfurt sogar zwei bayerische Standorte vertreten sein werden.

Inhaltlich ist vorgesehen, die bewährten Strukturen, Konzepte und Qualitätsmerkmale bezüglich Alkoholprävention bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem HaLT-Programm auf die Cannabisprävention zu übertragen. Dabei wird selbstverständlich auch auf eine Vernetzung mit bereits bestehenden, etablierten Programmen Wert gelegt.

Über die Entwicklungen bezüglich Can-K und HaLT halten wir Sie gerne hier im Suchtforschungstelegramm auf dem Laufenden.

HaLT in Ihrer Region?

Obwohl HaLT bereits über ganz Bayern verteilt angeboten wird, sollen weiterhin zusätzliche Regionen mit Bedarf bezüglich der Ausweitung der Alkoholprävention für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erschlossen werden. Wenn auch Sie Interesse an einer HaLT-Implementierung in Ihrer Region (Bayern) haben und vor Ort von den Fördermöglichkeiten profitieren möchten, können Sie sich für ein ausführliches Informationsgespräch zu den Details gerne direkt an uns wenden. Als zentrale Koordinationsstelle stehen wir Ihnen unterstützend und beratend im Vorfeld, bei der Antragsstellung sowie während des Programmverlaufs zur Verfügung.

Kontakt

Annalena Koytek (Tel.: 089.530730-15, E-Mail: annalena.koytek@bas-muenchen.de), zuständig für die Projektleitung & Koordination und Betreuung der bayerischen HaLT-Standorte bezüglich der Landesförderung.

E-Learning-Angebote der BAS

An dieser Stelle möchten wir gerne auf unser vielfältiges und kostenloses Angebot der digitalen Lernplattform hinweisen. Folgende Kurse können Sie hier aktuell nutzen:


Um die Kurse vollständig bearbeiten zu können (z. B. zur Speicherung Ihres Lernfortschritts), benötigen Sie einen Account.  Sie haben noch keinen? Hier können Sie sich in nur wenigen Schritten kostenfrei registrieren:   Neues Nutzerkonto 

Vortragsreihe 2026

Mit unserer fünfteiligen Vortragsreihe bieten wir Ihnen eine vielseitige Auswwahl an Themen. Den Programmflyer für die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr finden Sie hier.

Sie haben einen Vortrag verpasst oder wollen noch einmal reinhören? Kein Problem! Sie haben bei uns die Möglichkeit, die verschiedenen Vorträge unserer Vortragsreihe auch über eine Aufzeichnung flexibel und zeitungebunden zu erleben. Die Aufzeichnungen werden jeweils nach dem Live-Termin und nach Zustimmung der Referierenden auf unsere Lernplattform gestellt.

Die bereits verfügbaren Videos unserer Vortragsreihe 2026 sind Folgende:

▶️ Home Treatment bei Alkohol- und Substanzabhängigkeit im Rahmen von Doppeldiagnosen – Das Genfer Modell
Prof. Dr. med. Silke Bachmann

▶️ Wenn die Waage das Leben bestimmt – Ursachen, Verlauf und Therapie der kindlichen und jugendlichen Anorexia nervosa
Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann

Bitte beachten Sie, dass wir Teilnahmezertifikate nur bei der Teilnahme am Live-Termin vergeben können. 

Sie erreichen die Vortragsreihe für dieses und letztes Jahr über folgenden Link:

Level UP – Grundlagen zur Computerspiel- und Internetabhängigkeit

Dieser Kurs eröffnet Ihnen einen fundierten Einblick in die Welt digitaler Spiele: von Genres, Plattformen und Nutzungskontexten über Phänomene wie E-Sport, Streaming und Online-Karrieren bis hin zu psychologischen Grundlagen, aktuellen Forschungsergebnissen und diagnostischen Kriterien sowie praxisnahen, handlungsorientierten Ansätzen.

Übersicht

Primäre Zielgruppe

o    Fachkräfte in der Suchtbehandlung und Prävention

o    Ärzte und Ärztinnen

o    Psychologen und Psychologinnen sowie psychotherapeutische Fachkräfte und

o    Interessierte

Bearbeitungsdauer

ca. 4,5 Stunden

▶️ Für diesen Kurs werden 6 Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer Bayern (PTK) vergeben.

Den kostenfreien Kurs erreichen Sie mit einem Account über folgenden Link:

Über Leben: Einführung und Aufklärung zum Thema Drogentod

In diesem Kurs möchten wir Ihnen einen ersten Einblick in die verschiedenen Aspekte des Themas Drogentod geben. Der Fokus liegt dabei auf den zentralen Fragen: Was versteht man unter Drogentod? Welche Risiko- und Schutzfaktoren beeinflussen das Sterberisiko? Auf welche Trends sind die steigenden Drogentodeszahlen zurückzuführen? Und vor allem: Welche Ansätze zur Prävention haben sich als wirksam erwiesen?

Übersicht

Primäre Zielgruppe

o    Fachkräfte in der Suchtbehandlung und Prävention

o    Ärzte und Ärztinnen

o    Psychologen und Psychologinnen sowie psychotherapeutische Fachkräfte und

o    Interessierte

Bearbeitungsdauer

ca. 3 Stunden

▶️ Für diesen Kurs werden 4 Fortbildungspunkte der Psychotherapeutenkammer Bayern (PTK) vergeben.

Den kostenfreien Kurs erreichen Sie mit einem Account über folgenden Link:

BAS-Schulungen und Veranstaltungen

23.04.2026 | LSG-Kurzvortragsreihe | 10:00 - 11:00 Uhr

Titel: „Selbsthilfe und Beratung – Wie profitieren Menschen mit Glücksspielproblemen am besten von beiden?“

(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

Diskutant:innen:
Karolina Ruscheinski, Caritas Regensburg
Dirk Scherberger, Betroffenenbeirat Bayern
Christina Flurschütz, Selbsthilfekoordination Bayern

06.05.2026 | LSG-Aufbauschulung| 10:00 - 16:00 Uhr

Titel: „Substanzgebrauchs- und Glücksspielstörungen. Weshalb eine frauenspezifische Perspektive erforderlich ist“ 

(Online-Veranstaltung)

Referentin:
Sandra Schmid, leitende Psychologin, Johannesbad Klinik Furth im Wald GmbH & Co. KG

21.05.2026 | BAS-Fachtagung | 9:30 - 16:30 Uhr

Titel: „Versorgung suchtkranker Inhaftierter in Bayern“

(Hybrid-Veranstaltung in München)

11.06.2026 | BAS-Workshop | 13:00-16:30 Uhr

Titel: „Telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten bei Abhängigkeitserkrankungen“ 

(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

11.06.2026 | LSG-Basisschulung | 13:30 -16:30 Uhr

Titel: „Grundlagen der Glücksspielsucht“

(Präsenz-Veranstaltung in Nürnberg)

01.07.2026 | BAS Online-Vortragsreihe | 17:30 - 19:00 Uhr

Titel: „KOKAIN:prevent – Entwicklung und Nutzung digitaler Präventionsmaßnahmen für Kokainkonsumierende“

Referentin: Dr. Heike Zurhold
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg
(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

21.07.2026 | 16. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel | 9:30 – 17:00 Uhr

(Hybrid-Veranstaltung in München)

21.10.2026 | BAS Online-Vortragsreihe | 17:30 - 19:00 Uhr

Titel: „Anstrengender Patient/Klient oder schlechter Therapeut? – schwierige Interaktionen und Situationen im Gespräch“

Referent:
Gert Kowarowsky, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut
(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

26.11.2026 | Online-Seminar Münchner Volkshochschule| 19:00 - 20:30 Uhr

Titel:  Glücksspielsucht: Wie Glück, Spiel & Sucht zusammenhängen 

(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

02.12.2026 | BAS Online-Vortragsreihe | 17:30 - 19:00 Uhr

Titel: „Polysubstanzkonsum unter wohnungslosen Menschen“

Referenten:
Dr. med. Fabian Heinrich und Jörn Scheuermann
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des LMU Klinikums München
(Online-Veranstaltung, kostenfrei)

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Weiterführende Informationen zu unserem Programm und den Allgemeinen Veranstaltungsbedingungen finden Sie unter der Rubrik Veranstaltungen auf der Website der
BAS (www.bas-muenchen.de).