Schnittstellenmanagement

Hintergrund

Eine wirksame Suchtbehandlung endet nicht mit dem Abschluss einer einzelnen Maßnahme. Vielmehr sind Betroffene im Verlauf ihrer Erkrankung häufig mit unterschiedlichen Versorgungssystemen konfrontiert: von Prävention und Beratung über Entgiftung und Rehabilitation bis hin zu Nachsorge und sozialer Integration. An den Übergängen zwischen diesen Hilfeschritten entstehen jedoch oft Brüche, die den Behandlungserfolg gefährden können.

Schnittstellen- bzw. Übergangsmanagement bezeichnet die gezielte Koordination dieser Versorgungsübergänge. Ziel ist es, durch klare Zuständigkeiten, eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteur:innen und transparente Kommunikationswege eine kontinuierliche, bedarfsgerechte und patientenorientierte Versorgung zu gewährleisten.

Ein gut organisiertes Übergangsmanagement ist daher ein zentraler Baustein, um Rückfälle zu vermeiden, Versorgungslücken zu schließen und langfristige Stabilität für Betroffene zu ermöglichen. Gleichzeitig schafft es die Grundlage für interdisziplinäre Netzwerke, in denen medizinische, therapeutische und soziale Unterstützungsangebote Hand in Hand arbeiten.

Rückblick: Fachtagung „Nahtlos versorgt? Schnittstellen in der Suchthilfe wirksam gestalten“

Am 12. November 2025 fand unsere Hybrid-Fachtagung Nahtlos versorgt? Schnittstellen in der Suchthilfe wirksam gestalten in der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) in München sowie online statt. Ziel der Veranstaltung war es, die oft fragmentierten Übergänge zwischen Suchtberatung, Entgiftung, Rehabilitation und Weiterbehandlung zu beleuchten – und Wege aufzuzeigen, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert werden kann. Moderiert von Herrn Breuer, der seitens der BAS auch als Ansprechpartner für das Thema Schnittstellenmanagement zur Verfügung steht.

  • Braun, Max, Dr. med.
    Einrichtungsleitung Fachklinik Alpenland, Deutscher Orden, BAS e.V.
  • Breuer, Marcus, Dipl.-Psych.
    Einrichtungsleitung Würmtalklinik Gräfelfing, Deutscher Orden, BAS e.V.
  • Iglhaut, Jennifer, M.A.
    Kommissarische Abteilungsleitung Beratung und ambulante Hilfen, Condrobs e.V.
  • Schneeweiß, Bertram , Dr. med.
    Chefarzt Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Sucht, kbo Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen/Vils
  • Schuppert, Wolfgang
    Geschäftsbereichsleiter Sozialpsychiatrie, Sucht und Gesundheit, Diakonie Herzogsägmühle, Peiting
  • Veiglhuber, Wolfgang, M.Sc.
    Hausleitung Hans Scherer Haus, Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V.

Im Anschluss bot die Veranstaltung Raum für interaktiven Austausch und Diskussionen – insbesondere um bewährte Strukturen zu identifizieren und Praxislösungen für effektivere Übergänge in der Suchtversorgung zu entwickeln. Die Tagung zeigte, wie wichtig ein gut gestaltetes Schnittstellenmanagement in der Suchthilfe ist. Nur durch verbesserte Abstimmung und Kooperation aller beteiligten Institutionen – von Beratung über Entgiftung bis zur sozialen Rehabilitation – können Betroffene nahtlos versorgt werden.