Jugend und Sucht

Versorgung Jugendlicher mit Suchtproblematik

Hintergrund

Jugendliche befinden sich in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung, in der Identitätssuche, soziale Einbindung und der Umgang mit Risiken zentrale Themen sind. In dieser Lebensphase kann der Konsum psychoaktiver Substanzen besonders problematisch werden: Er ist häufig mit schulischen, familiären und psychischen Belastungen verknüpft und kann langfristige gesundheitliche sowie soziale Folgen haben.

Frühzeitiges Erkennen und eine qualifizierte, bedarfsgerechte Versorgung sind daher von zentraler Bedeutung, um Abhängigkeitserkrankungen vorzubeugen, gesundheitliche Risiken zu reduzieren und die soziale Teilhabe junger Menschen nachhaltig zu sichern. Ebenso wichtig ist ein unterstützender, nicht stigmatisierender Umgang, der Jugendlichen den Zugang zu Hilfsangeboten erleichtert und Vertrauen in das Versorgungssystem schafft.

Versorgung substanzabhängiger Kinder und Jugendlicher in Bayern

Herausforderungen im Versorgungssystem

Das Informationspapier beleuchtet die komplexen Anforderungen in der qualifizierten Versorgung substanzabhängiger Kinder und Jugendlicher in Bayern. Im Mittelpunkt stehen sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch praktische Erfahrungen innerhalb des Hilfesystems.

Ein Element des Papiers ist die Einrichtungsübersicht der jugendspezifischen Suchthilfeangebote in Bayern. Sie bietet eine praxisnahe Orientierung über bestehende Hilfsangebote und wird kontinuierlich ergänzt: Sollten Einrichtungen fehlen, nehmen wir diese gerne in die Übersicht auf, um ein möglichst vollständiges Bild der Versorgungslage zu gewährleisten.

HaLT in Bayern

Alkoholprävention bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

HaLT steht für „Hart am LimiT“ und ist ein alkoholspezifisches Präventionsprogramm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre, das auch bei Mischkonsum im Zusammenhang mit Alkohol greift. Der Netzwerkansatz mit Kooperationen über die Grenzen des Suchthilfesystems hinaus ist das zentrale Merkmal des Projektes.

In Bayern gibt es derzeit über 30 HaLT-Standorte, verteilt über alle sieben Regierungsbezirke. Die BAS koordiniert sie als zentraler Ansprechpartner.

FreD

Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten

FreD ist ein Frühinterventionsprogramm, das zu Beginn der 2000er Jahre von der Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) entwickelt und inzwischen bundesweit implementiert wurde. Auch in Bayern gibt es knapp 30 FreD Standorte, die von der BAS als zentralem Ansprechpartner begleitet werden. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren, die wegen ihres Substanzkonsums erstmalig auffällig geworden sind. Die Jugendlichen erhalten die Chance, ihren Konsum frühzeitig zu reflektieren, um Schlimmerem vorzubeugen.