Suchtforschung nach Standort
Die Karte bietet einen kompakten Überblick über Einrichtungen und Projekte der Suchtforschung in Bayern. Berücksichtigt werden insbesondere Forschungsaktivitäten von Mitgliedern der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen. Wählen Sie einen markierten Standort aus, um mehr über die dort ansässigen Institutionen und Forschungsprojekte zu erfahren.
Die Übersicht wird fortlaufend erweitert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf weitere Einrichtungen oder Projekte sowie Vorschläge für einen eigenen Eintrag senden Sie bitte an die BAS.
Augsburg
Universität Augsburg – Medizinische Fakultät
Am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet die Forschungsgruppe „Sucht und Sexualität“ unter der Leitung von Dr. med. Marcus Gertzen. Die klinische Forschung ist an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg am Bezirkskrankenhaus Augsburg verortet und teilweise standortübergreifend mit der LMU München organisiert.
Forschungsschwerpunkte
- stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
- Tabak- und Nikotinabhängigkeit
- illegaler Substanzkonsum und Beschaffungswege
- sexualisierter Substanzkonsum und Chemsex
- regionale Versorgungsforschung in Augsburg und Kempten
Zur Forschungsgruppe „Sucht und Sexualität“
Forschungsprojekte
SEDATION – SourcEs of Drug AcquisiTION
Untersucht werden Beschaffungswege illegaler Substanzen, regionale Unterschiede der Konsummuster sowie Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen. Die Ergebnisse sollen die Entwicklung lokal angepasster Präventionsmaßnahmen unterstützen.
STATUS-A – Stärkung des Suchthilfesystems in Augsburg
Das Projekt untersucht die Akutversorgung von Menschen mit substanzbezogenen Störungen in Augsburg und Kempten. Grundlage ist eine retrospektive Auswertung pseudonymisierter Daten aus den beteiligten Notaufnahmen des Bezirkskrankenhauses Augsburg, des Universitätsklinikums Augsburg, der KJF Klinik Josefinum und des Bezirkskrankenhauses Kempten.
REWARD – Versorgungssituation bei substanzbezogenen Störungen
REWARD erfasst Erfahrungen, Barrieren und förderliche Faktoren in der Versorgung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen in Augsburg und Kempten. Dazu gehören qualitative Interviews mit Betroffenen und relevanten Akteuren sowie eine anonyme Bevölkerungsbefragung.
ENHANCE – Chemsex, sexuelle Grenzüberschreitungen und Trauma
Die Studie untersucht Zusammenhänge zwischen Chemsex, einzelnen Substanzen, sexuellen Grenzüberschreitungen sowie submissivem oder dominantem Verhalten. Ziel ist es, Risikofaktoren besser zu verstehen und Hinweise für passende traumatherapeutische Angebote zu gewinnen. Die Erhebung ist abgeschlossen; derzeit werden die Daten ausgewertet.
SEARCHER – Sexarbeit unter Chemsex-Usern
SEARCHER untersucht sexualisierten Substanzkonsum im Zusammenhang mit Sexarbeit beziehungsweise „transactional sex“, Einsamkeit und soziodemografischen Faktoren. Aus den Ergebnissen sollen Ansätze für Aufklärung, Harm Reduction, Beratung und Therapie entwickelt werden. Die Datensätze werden derzeit ausgewertet.
AWARENESS – Wissen über Chemsex in Gesundheitsberufen
Die anonyme Online-Studie untersucht, wie verbreitet Wissen über Chemsex und sexualisierten Substanzgebrauch unter Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist und welche Faktoren dieses Wissen beeinflussen. Ziel ist eine bessere Versorgung betroffener Personen.
München
LMU Klinikum – Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Die Arbeitsgruppe Suchtforschung unter der Leitung von Prof. Dr. med. Oliver Pogarell untersucht die Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Zum Methodenspektrum gehören neurophysiologische und bildgebende Verfahren ebenso wie genetische, epidemiologische und psychotherapeutische Ansätze.
Forschungsschwerpunkte
- Alkohol-, Cannabis-, Tabak- und Nikotinabhängigkeit
- neue psychoaktive Substanzen und Methamphetamin
- Chemsex und sexualisierter Substanzkonsum
- Neurophysiologie, Bildgebung, Neurofeedback und Virtual Reality
- Epidemiologie, Therapie- und Versorgungsforschung
Arbeitsgruppe Suchtforschung am LMU Klinikum
Ausgewählte Forschungsprojekte
NICOTIDE Heat
Die klinische Studie vergleicht die Nikotinaufnahme bei Tabakerhitzern mit der Aufnahme beim Rauchen konventioneller Zigaretten. Aus der Geschwindigkeit des Nikotinanstiegs im Blut sollen Rückschlüsse auf das Abhängigkeitspotenzial gezogen werden.
Studienseite Suchterkrankungen
NICOTIDE 2
Untersucht werden das Nutzungsverhalten sowie pharmakologische und verhaltensbezogene Aspekte von E-Zigaretten, Tabakerhitzern und konventionellen Zigaretten.
Forschungsgruppe Tabakabhängigkeit
Retrain your Brain
Die randomisiert-kontrollierte Studie prüft, ob ein computergestütztes Training zur Veränderung automatischer Annäherungstendenzen die Tabakentwöhnung zusätzlich unterstützen kann.
Forschungsgruppe Tabakabhängigkeit
Cannabisbezogene Prävention und Behandlung
Die Forschungsgruppe Cannabis entwickelt und untersucht Interventionen zur Prävention und Behandlung cannabisbezogener Störungen. Dazu gehört das modulare Therapieprogramm CANDIS; weitere Themen sind digitale Interventionen, Cannabis und Psychosen sowie medizinisch eingesetzte Cannabinoide.
Forschungsgruppe Cannabis
Sucht und Sexualität / Chemsex
Die LMU ist an der standortübergreifenden Forschungsgruppe „Sucht und Sexualität“ mit der Universität Augsburg beteiligt. Die zugehörigen Projekte SEDATION, STATUS-A, REWARD, ENHANCE, SEARCHER und AWARENESS sind im Standorttext Augsburg ausführlich beschrieben.
IFT Institut für Therapieforschung
Das unabhängige Forschungsinstitut bearbeitet grundlagen- und anwendungsbezogene Fragen zu substanzbezogenen Störungen und Verhaltenssüchten. Die Arbeit umfasst Epidemiologie und Diagnostik, Präventionsforschung, Therapie- und Versorgungsforschung, Drogenmonitoring sowie Glücksspielforschung.
Forschungsschwerpunkte
- Alkohol, Tabak und Nikotin, Cannabis, Medikamente und illegale Drogen
- Glücksspiel und glücksspielbezogene Störungen
- Prävention, Frühwarnsysteme und Harm Reduction
- Epidemiologie, Diagnostik und Trends
- Therapie, Versorgung und Suchthilfesysteme
IFT Institut für Therapieforschung
Forschungsprojekte und dauerhafte Forschungsvorhaben
Epidemiologischer Suchtsurvey (ESA)
Die regelmäßig durchgeführte repräsentative Bevölkerungsstudie erfasst Konsum, substanzbezogene Belastungen und zeitliche Trends in Deutschland. Der ESA 2024 untersuchte unter anderem Alkohol, Tabak- und Nikotinprodukte, Cannabis, illegale Drogen und Medikamente.
Projektseite ESA 2024
Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS)
Die DSHS beschreibt Strukturen, Klientel und Versorgungsgeschehen in ambulanten und stationären Suchthilfeeinrichtungen und macht Veränderungen im Hilfesystem sichtbar.
Projektseite DSHS
Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)
Die DBDD ist der nationale Partner der EU-Drogenagentur. Das IFT koordiniert die Beobachtungsstelle und arbeitet insbesondere zu Epidemiologie, Folgeschäden, Harm Reduction, Drogenmärkten und Drogenpolitik.
Projektseite DBDD
Nationales Early Warning System (NEWS)
Das laufende Frühwarnsystem bündelt Informationen zu neuen psychoaktiven Substanzen und missbräuchlich verwendeten Medikamenten, um Risiken früh zu erkennen und relevante Zielgruppen schnell zu informieren.
Projektseite NEWS
Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern – Forschungsbereich
Das IFT untersucht unter anderem Glücksspielverhalten, Prävention, Selbsthilfe, Beratung und Behandlung. In der Förderperiode 2024 bis 2027 liegen Schwerpunkte auf Frauen und Glücksspiel, psychotherapeutischer Behandlung sowie Selbsthilfe.
Projektseite Landesstelle Glücksspielsucht
ESPAD in Bayern
Die Europäische Schülerstudie erfasst Konsum, Einstellungen und Risiken rund um Alkohol, Tabak, Cannabis und andere Drogen bei 15- bis 16-Jährigen. Die bayerische Erhebung 2024 wurde 2026 ausgewertet und veröffentlicht.
Projektseite ESPAD in Bayern
TUM Klinikum Rechts der Isar – Klinische Toxikologie und Giftnotruf München
Die Abteilung verbindet klinische Toxikologie, Giftnotruf, Intensivmedizin und Suchtmedizin. Ihre Forschung richtet sich besonders auf akute und chronische Folgen des Konsums von Alkohol, klassischen Drogen und neuen psychoaktiven Substanzen sowie auf die Weiterentwicklung der Entzugsbehandlung.
Forschungsprojekte
Euro-DEN Plus
Als deutsches Studienzentrum beteiligt sich die Abteilung an einem europäischen Verbund zur Erfassung von Symptomen, Komplikationen und Behandlung nach dem Konsum klassischer Drogen und neuer psychoaktiver Substanzen.
ToxALC
Die prospektive Biodatenbank untersucht Zusammenhänge zwischen körperlichen Folgeerkrankungen und suchtspezifischen Merkmalen bei Menschen mit Alkoholabhängigkeit.
GenomALC
Das TUM Klinikum ist Studienzentrum eines multinationalen Projekts zur genetischen Erforschung der alkoholbedingten Leberzirrhose.
Entzugs- und Verlaufsforschung
Untersucht werden neue medikamentöse Ansätze im Alkohol- und Opiatentzug sowie längerfristige Verläufe von Abstinenz, Gesundheit und Lebensqualität nach qualifizierter Entzugsbehandlung.
Forschungsprojekte der Klinischen Toxikologie
Charlotte Fresenius Hochschule – Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Prof. Dr. Eva Hoch arbeitet in München insbesondere zu epidemiologischer Suchtforschung, Psychotherapie- und Versorgungsforschung, systematischen Reviews und Behandlungsleitlinien. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf Cannabis, Prävention und der Behandlung cannabisbezogener Störungen.
Forschungsprojekte
- International Cannabis Project Group Survey
- Europäische Schülerstudie zu Alkohol und Drogen
- Suchtprävention an Schulen
- Behandlung cannabisbezogener Störungen
- Cannabisprävention nach der Teillegalisierung: systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zu wirksamen Präventionsansätzen
Professur Prof. Dr. Eva Hoch
Forschungsprojekte der Hochschule
Hochschule München – Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften
An der Hochschule München sind suchtbezogene Forschung und Qualifikationsarbeiten vor allem im Kontext von Gesundheitsförderung, Prävention und Sozialer Arbeit dokumentiert. Anders als bei den zuvor genannten Einrichtungen ist derzeit jedoch kein eigenständiges, laufendes Suchtforschungsprogramm ausgewiesen.
Dokumentierte suchtbezogene Forschung
Drogen und Studium
Die abgeschlossene quantitative Querschnittsstudie untersuchte den Substanzkonsum von Studierenden der Hochschule München und leitete daraus Präventions- und Unterstützungsbedarfe ab.
Die abgeschlossene quantitative Querschnittsstudie untersuchte den Substanzkonsum von Studierenden der Hochschule München und leitete daraus Präventions- und Unterstützungsbedarfe ab. Publikation „Drogen und Studium“
Darüber hinaus werden an der Fakultät suchtbezogene Qualifikationsarbeiten unter anderem zu Rauchen und Alkohol im Studium, gendersensibler Suchtarbeit, ambulanter Suchthilfe und zieloffener Suchtarbeit betreut.
Bamberg
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Professur für Pathopsychologie
Die Professur für Pathopsychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Wolstein befasst sich mit suchtbezogener Prävention und Intervention. Schwerpunkte liegen unter anderem auf Cannabisprävention, Alkoholkonsum und dem Zusammenhang zwischen Schmerz und Substanzkonsum.
Forschungsschwerpunkte
- Alkohol- und Cannabiskonsum
- Suchtprävention und Frühintervention
- Substanzkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
- Zusammenhänge zwischen Schmerz und Substanzkonsum
- Evaluation von Präventions- und Interventionsangeboten
Forschung der Professur für Pathopsychologie
Forschungsprojekte
CannaPeer – Cannabisprävention von Studierenden für Studierende
Das Kooperationsprojekt mit dem IFT Institut für Therapieforschung und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entwickelt, erprobt und evaluiert einen Peer-to-Peer-Ansatz für die Cannabisprävention. Studierende werden als Peers qualifiziert und an Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten eingesetzt. Bamberg ist neben Kempten und München einer von drei bayerischen Pilotstandorten.
Projektseite Cannabisprävention
Project Group Pain and Addiction
Die Forschungskooperation der Physiologischen Psychologie und der Pathopsychologie untersucht Zusammenhänge zwischen Schmerz und Substanzkonsum. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Auswirkungen von Alkohol auf die Schmerzwahrnehmung.
Project Group Pain and Addiction
HaLT – Hart am Limit
Im Rahmen des Alkoholpräventionsprogramms für Kinder und Jugendliche untersuchte die Universität Bamberg unter anderem die Wirksamkeit des Präventionsansatzes sowie trinkmotivbasierte Interventionen und eine Elternintervention.
Forschung zum HaLT-Projekt in Bayern
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Der Lehrstuhl unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Steins-Löber untersucht psychologische Mechanismen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen beitragen, und entwickelt darauf aufbauend neue Interventionen. Im Bereich der Suchtforschung stehen stoffgebundene und stoffungebundene Abhängigkeitserkrankungen, Internetnutzungsstörungen sowie suchtähnliche Mechanismen bei Essverhalten und Adipositas im Mittelpunkt.
Forschungsschwerpunkte
- stoffgebundene und stoffungebundene Abhängigkeitserkrankungen
- Computerspiel-, Online-Glücksspiel-, Kauf-Shopping- und Pornografienutzungsstörungen
- Food Addiction, Binge-Eating-Störung und Adipositas
- Craving, belohnungsabhängiges impulsives Verhalten und kognitive Kontrolle
- Entwicklung und Evaluation psychotherapeutischer und digitaler Interventionen
Forschung des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Forschungsprojekte
FABEDO – Suchtmechanismen bei Adipositas
Das gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführte und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt untersucht affektive und kognitive Mechanismen von Food Addiction und Binge-Eating-Störung bei Menschen mit Adipositas. Die Erkenntnisse sollen zur Entwicklung zielgruppenspezifischer Interventionen beitragen.
ACSID – Forschungsgruppe zu Internetnutzungsstörungen
Der Lehrstuhl ist an mehreren Teilprojekten der DFG-geförderten Forschungsgruppe ACSID beteiligt. Untersucht werden affektive und kognitive Mechanismen problematischer Internetnutzung, unter anderem bei Computerspielen, Online-Shopping, Online-Glücksspiel und Pornografienutzung. Aktuelle Arbeiten befassen sich beispielsweise mit der Veränderung des Belohnungswerts, spielbezogenem Craving und geschlechtsspezifischen Prozessen.
Forschung zu Internetnutzungsstörungen
SmartAssistEntz – Smartphone-assistierte Abstinenzförderung nach Alkoholentzug
Das abgeschlossene Projekt entwickelte und evaluierte eine digital unterstützte Nachsorge für Menschen nach einem stationären Alkoholentzug. Eine App und ein begleitender eCoach sollten die Abstinenzmotivation stärken, geeignete Anschlussangebote vermitteln und Rückfällen vorbeugen. Die Universität Bamberg verantwortete das Evaluationskonzept.
Erlangen
Uniklinikum Erlangen – Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik
An der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik ist die Professur für Suchtmedizin von Prof. Dr. rer. nat. Christian P. Müller angesiedelt. Die Suchtforschung untersucht insbesondere die neurobiologischen Mechanismen von Abhängigkeitserkrankungen. Ergänzend erforscht die Arbeitsgruppe Biomarker neuropsychiatrischer Erkrankungen unter der Leitung von PD Dr. rer. nat. Christiane Mühle biologische und genetische Risikofaktoren sowie mögliche Verlaufs- und Prognosemarker.
Forschungsschwerpunkte
- Neurobiologie von Alkohol- und Drogenabhängigkeit
- Alkohol, Kokain, Amphetamine und weitere Psychostimulanzien
- Neurotransmittersysteme sowie Lern- und Gedächtnisprozesse bei Abhängigkeit
- Biomarker und genetische Risikofaktoren bei Suchterkrankungen
- Internetspiel- und soziale Netzwerknutzungsstörungen
- Entwicklung neuer diagnostischer und pharmakologischer Ansätze
Suchtforschung am Uniklinikum Erlangen
Forschungsprojekte
Neuronale Mechanismen der Drogensucht
Die Arbeitsgruppe untersucht, wie Neurotransmittersysteme und nachgelagerte Signalwege, die an Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt sind, zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Abhängigkeit beitragen. Dafür werden unter anderem verhaltenspharmakologische Verfahren und In-vivo-Mikrodialyse eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen Alkohol, Kokain und Amphetamine.
Forschungsprojekt zu den neuronalen Mechanismen der Drogensucht
NOAH – Neurobiology of Alcoholism
Das Projekt untersucht die Bedeutung vorgeburtlicher und im Erwachsenenalter wirkender Geschlechtshormone sowie weiterer biologischer Marker bei Alkoholgebrauchsstörungen. Ziel ist es, biologische Unterschiede zwischen Betroffenengruppen besser zu verstehen und mögliche Marker für Krankheitsverlauf und Rückfallrisiko zu identifizieren.
Arbeitsgruppe Biomarker und Translationale Psychiatrie
TEGS – Testosterone Exposure in Internet Gaming and Social Network Disorder
TEGS untersucht bei jungen Erwachsenen Zusammenhänge zwischen vorgeburtlicher Testosteronexposition und problematischer beziehungsweise pathologischer Nutzung von Computerspielen und sozialen Netzwerken. Neben psychometrischen Untersuchungen werden auch blutbasierte Biomarker einbezogen.
Informationen zu TEGS und weiteren Biomarkerprojekten
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Der von Prof. Dr. Matthias Berking geleitete Lehrstuhl untersucht die Entstehung und Behandlung psychischer Störungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Evaluation digital unterstützter psychotherapeutischer Angebote. Im Bereich der Suchtforschung wurde insbesondere eine app- und coachinggestützte Nachsorge nach einem Alkoholentzug entwickelt und untersucht.
Forschungsschwerpunkte
- technologiegestützte Diagnostik und Therapie
- Emotionsregulation und Veränderungsmotivation
- digitale Nachsorge nach stationärer Behandlung
- Abstinenzförderung und Rückfallprävention
- Evaluation neuer Versorgungsformen
Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Forschungsprojekte
SmartAssistEntz – Smartphone-assistierte Abstinenzförderung nach Alkoholentzug
Das abgeschlossene Projekt entwickelte und evaluierte eine digital unterstützte Nachsorge für Menschen nach einem stationären Alkoholentzug. Eine App und telefonische Gespräche mit einem Coach sollten die Abstinenzmotivation stärken, geeignete Anschlussangebote vermitteln und deren nachhaltige Nutzung unterstützen. Die FAU übernahm die Konsortialführung; das Projekt wurde mit rund 2,4 Millionen Euro durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik, Methodenlehre und Rechtspsychologie
Am Lehrstuhl von Prof. Dr. Mark Stemmler wurde die Versorgung opioidabhängiger Menschen im bayerischen Justizvollzug untersucht. Im Mittelpunkt standen die Bedingungen, Wirkungen und Grenzen abstinenzorientierter und substitutionsgestützter Behandlungen während und nach der Inhaftierung.
Forschungsschwerpunkte
- Opioidabhängigkeit im Justizvollzug
- Substitutionsgestützte und abstinenzorientierte Behandlung
- Behandlungskontinuität nach der Haftentlassung
- Substanzkonsum, Rückfälle und Überdosierungen
- Gesundheitliche und soziale Folgen der Inhaftierung
Forschungsprojekte
HOPE – Haft bei Opioidabhängigkeit: eine Evaluationsstudie
Das abgeschlossene Forschungsprojekt evaluierte unterschiedliche Behandlungsformen für opioidabhängige Inhaftierte im bayerischen Justizvollzug. Untersucht wurden unter anderem Substanzkonsum, Suchtverlangen, Gesundheitszustand, soziale Integration und die Fortführung einer Behandlung nach der Haftentlassung. Die Ergebnisse sollen zu einer sachlichen Bewertung der Substitutionstherapie im Justizvollzug und zur Verbesserung der Versorgung beitragen.
Nürnberg
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm – Fakultät für Sozialwissenschaften
An der Fakultät für Sozialwissenschaften wird Suchtforschung insbesondere durch die Forschungsprofessuren von Prof. Dr. Christian Ghanem und Prof. Dr. Daniel Deimel vertreten. Im Mittelpunkt stehen niedrigschwellige Drogenhilfe, Schadensminderung, Gesundheitsförderung und die Versorgung gesellschaftlich marginalisierter Gruppen.
Forschungsschwerpunkte
- illegalisierte Substanzen und niedrigschwellige Drogenhilfe
- Drug Checking und Prävention von Drogennotfällen
- Schadensminderung und gesundheitsbezogene Prävention
- offene Drogenszenen und psychosoziale Versorgung
- psychische Gesundheit marginalisierter Gruppen
Forschungsprojekte
EviDriN – Evidenzbasiertes Drug Checking in Nürnberg (abgeschlossen)
Das von Dezember 2024 bis Mai 2026 durchgeführte Projekt untersuchte die Möglichkeiten und Grenzen eines Drug-Checking-Angebots in der Metropolregion Nürnberg. Ziel war es, eine wissenschaftliche Grundlage für ein Angebot zur Gesundheitsförderung und Schadensminderung zu schaffen. Beteiligt waren unter anderem die Paracelsus Medizinische Privatuniversität, das Klinikum Nürnberg sowie Einrichtungen der regionalen Drogenhilfe.
Projektseite EviDriN
EviDroN – Evidenzbasierte Drogennotfallhilfe (abgeschlossen)
Das Projekt untersuchte die Versorgungssituation drogenkonsumierender Menschen in Nürnberg und die Voraussetzungen für sogenannte geschützte Räume. Befragt wurden unter anderem Verantwortliche aus Politik und Verwaltung sowie Fachkräfte der Suchthilfe zu den Möglichkeiten und Grenzen eines professionell begleiteten, hygienischen Konsumangebots.
Projektseite EviDroN
Klinikum Nürnberg / Paracelsus Medizinische Privatuniversität – Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Die von Univ.-Prof. Dr. Thomas Hillemacher geleitete Klinik verbindet psychiatrische und suchtmedizinische Versorgung mit universitärer Forschung. Sie behandelt sowohl substanzbezogene Abhängigkeitserkrankungen als auch Verhaltenssüchte und beteiligt sich an interdisziplinären Forschungsprojekten zur Verbesserung der regionalen Drogenhilfe.
Forschungsschwerpunkte
- Alkohol- und Drogenabhängigkeit
- Glücksspiel-, Kauf- und medienbezogene Störungen
- suchtmedizinische Diagnostik und Behandlung
- Drogennotfälle und Schadensminderung
- klinische und anwendungsbezogene Versorgungsforschung
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Forschungsprojekte
Beteiligung an EviDriN (abgeschlossen)
Das Klinikum Nürnberg und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität waren medizinische Forschungspartner des Projekts EviDriN. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg und Einrichtungen der Drogenhilfe untersuchten sie den Bedarf, die Akzeptanz und die praktische Umsetzbarkeit von Drug Checking in der Metropolregion.
Ergebnisse des Projekts EviDriN
Evangelische Hochschule Nürnberg – Institut für Praxisforschung und Evaluation
Das Institut für Praxisforschung und Evaluation unter der Leitung von Prof. Dr. Dennis John begleitet und evaluiert Projekte aus dem sozialen, gesundheitlichen und kirchlichen Bereich. Im Mittelpunkt stehen die wissenschaftliche Untersuchung sozialer Praxis sowie die Überprüfung der Wirksamkeit von Unterstützungs- und Präventionsangeboten.
Forschungsschwerpunkte
- Praxis-, Evaluations- und Wirkungsforschung
- Gesundheitsförderung und Prävention
- mentale Gesundheit vulnerabler Zielgruppen
- qualitative und quantitative Forschungsmethoden
- Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit
Institut für Praxisforschung und Evaluation
Forschungsprojekte
SuWoKo – Suchthilfe UND Wohnungsnotfallhilfe (abgeschlossen)
Das von 2023 bis Ende 2025 durchgeführte Kooperationsprojekt untersuchte, wie Suchthilfe und Wohnungsnotfallhilfe besser zusammenarbeiten können. Die externe Evaluation analysierte förderliche Strukturen, Herausforderungen und Erfahrungen der beteiligten Modellstandorte. Die Ergebnisse wurden unter anderem in einem Handlungsmanual für die Praxis aufbereitet.
Projektseite SuWoKo mit Abschlussbericht und Handlungsmanual
Bayreuth
Bezirkskrankenhaus Bayreuth – Klinische Suchtmedizin
Die Abteilung für Klinische Suchtmedizin der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken behandelt das gesamte Spektrum substanzbezogener und nicht substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen. Neben stationären Angeboten bestehen eine Ambulanz für Abhängigkeitserkrankungen, eine Substitutionsambulanz und eine Tagesklinik. In der Behandlung werden auch neue Verfahren wie Virtual Reality eingesetzt.
Suchtmedizinische Schwerpunkte
- Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit
- Glücksspiel- und internetbezogene Störungen
- qualifizierte Entzugsbehandlung
- Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit
- Sucht und Abhängigkeitserkrankungen im höheren Lebensalter
- verhaltenstherapeutische und digital unterstützte Behandlung
Klinische Suchtmedizin am Bezirkskrankenhaus Bayreuth
Dokumentierte Forschungsarbeit
Amphetamine-Type Stimulants Motive Questionnaire – AMQ (abgeschlossen)
In Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wurde ein Fragebogen zur systematischen Erfassung der Konsummotive von Menschen mit Störungen durch amphetaminartige Stimulanzien entwickelt und überprüft. Grundlage waren Angaben von 233 Patientinnen und Patienten. Unterschieden wurden unter anderem Bewältigungs-, Verstärkungs-, soziale und Anpassungsmotive. Das Instrument soll zu einem besseren Verständnis des Konsumverhaltens sowie zur Weiterentwicklung präventiver und therapeutischer Angebote beitragen.
Coburg
Hochschule Coburg – Fakultät Soziale Arbeit
An der Fakultät Soziale Arbeit bestehen Anknüpfungspunkte zur Suchtforschung insbesondere im Bereich der Klinischen Sozialarbeit. Prof. Dr. Christine Kröger arbeitet zu psychosozialer Diagnostik, Beratung und Therapie und verfügt über wissenschaftliche sowie praktische Erfahrung in der Suchthilfe und der Beratung bei Glücksspielproblemen.
Forschungsschwerpunkte
- Klinische Sozialarbeit und Klinische Heilpädagogik
- psychosoziale Diagnostik
- Beratung, Therapie und Krisenintervention
- Soziale Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen
- Suchthilfe und Verhaltenssüchte im Kontext Klinischer Sozialarbeit
Kempten
Hochschule Kempten – Institut für Gesundheit und Generationen (IGG)
Das Institut für Gesundheit und Generationen untersucht soziale und gesundheitliche Herausforderungen im gesellschaftlichen und digitalen Wandel. Unter der Leitung von Prof. Dr. Anneke Bühler befasst sich das Institut unter anderem mit Gesundheitsförderung, evidenzbasierter Suchtprävention und der Evaluation präventiver Angebote.
Forschungsschwerpunkte
- evidenzbasierte Suchtprävention
- Tabak-, Nikotin-, Alkohol- und Cannabisprävention
- Gesundheitsförderung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
- Präventionsangebote in Hochschulen, Schulen und Pflegeeinrichtungen
- Peer-to-Peer-Ansätze und partizipative Prävention
- Evaluation und Qualitätssicherung von Präventionsprogrammen
Institut für Gesundheit und Generationen
Forschungs- und Transferprojekte
aQuaE: astra plus – Qualitätsmanagement und Evaluation (laufend)
„astra plus“ ist ein bundesweites Gesundheitsförderungsprogramm für Pflegeschulen, Pflegeauszubildende und Praxiseinrichtungen. Es verbindet Stressbewältigung und Gesundheitsförderung mit Tabakprävention, Rauchstopp und dem Aufbau von Beratungskompetenzen. Das Institut für Gesundheit und Generationen übernimmt die wissenschaftliche Evaluation und untersucht unter anderem die eingesetzten Erhebungsinstrumente, die Programmdurchführung und Zusammenhänge zwischen Arbeits- beziehungsweise Pausenkultur und Gesundheitsverhalten.
Projektseite aQuaE: astra plus
CannaPeer – Cannabisprävention an bayerischen Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten (abgeschlossen)
Im Modellprojekt wurde ein Peer-to-Peer-Ansatz zur Cannabisprävention für junge Erwachsene entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet. Studierende konzipierten und realisierten unter fachlicher Begleitung niedrigschwellige Präventionsangebote. Kempten war neben Bamberg und München einer von drei Pilotstandorten. Die lokale Projektleitung lag bei Prof. Dr. Anneke Bühler; die übergreifende Evaluation wurde vom IFT Institut für Therapieforschung durchgeführt. Das Projekt lief von August 2023 bis Dezember 2025.
Landshut
Hochschule Landshut – Fakultät Soziale Arbeit
Prof. Dr. Katrin Liel arbeitet an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Gesundheitsförderung und Suchthilfe. Ihre Lehr- und Forschungsgebiete umfassen unter anderem die Sucht- und Drogenhilfe, gesundheitsbezogene Soziale Arbeit, Prävention sowie die psychische Gesundheit und Selbstfürsorge von Fachkräften.
Forschungsschwerpunkte
- Sucht- und Drogenhilfe
- strukturelle Herausforderungen des Suchthilfesystems
- Digitalisierung, Diversität und Fachkräftemangel in der Suchthilfe
- zieloffene Suchtarbeit
- soziale Unterstützung bei Alkoholabhängigkeit
- Einsamkeit und Substanzkonsumstörungen
- Gesundheit und Selbstfürsorge von Suchtfachkräften
- Gesundheitsförderung und Prävention
Prof. Dr. Katrin Liel an der Hochschule Landshut
Forschungsprojekte
Forschungswerkstatt Suchthilfe: Digitalisierung, Diversität und Fachkräftemangel (abgeschlossen)
Die im Sommersemester 2025 durchgeführte Forschungswerkstatt untersuchte aktuelle Herausforderungen der Suchthilfe in Bayern. Grundlage waren Praxistage in Einrichtungen der Suchthilfe sowie leitfadengestützte Interviews mit Fachreferentinnen und Fachreferenten, Einrichtungsleitungen und Mitarbeitenden aus der Praxis. Im Mittelpunkt standen die Finanzierung und Digitalisierung der Angebote, der Fachkräftemangel, die zunehmende Vielfalt der Problemlagen sowie bislang unzureichend erreichte Zielgruppen.
Passau
Universität Passau – Lehrstuhl für Public Economics
Am Lehrstuhl von Prof. Dr. Stefan Bauernschuster werden politikrelevante Fragestellungen aus den Bereichen Gesundheit, Arbeit, Familie und Umwelt mit mikroökonometrischen Methoden untersucht. Suchtforschung bildet keinen eigenständigen dauerhaften Schwerpunkt des Lehrstuhls. Dokumentiert ist jedoch eine einschlägige gesundheitsökonomische Untersuchung zum gesetzlichen Mindestalter für Alkoholkonsum und dessen Auswirkungen auf Jugendliche.
Forschungsschwerpunkte
- empirische Evaluation gesundheits- und sozialpolitischer Maßnahmen
- Alkoholkonsum und Rauschtrinken im Jugendalter
- Auswirkungen gesetzlicher Altersgrenzen für den Alkoholkonsum
- soziale Unterschiede bei riskantem Alkoholkonsum
- alkoholbedingte Krankenhausaufnahmen
Lehrstuhl für Public Economics
Forschungsprojekt
Minimum Legal Drinking Age and the Social Gradient in Binge Drinking (abgeschlossen)
Die gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführte Studie untersuchte am Beispiel Österreichs, wie sich das gesetzliche Mindestalter von 16 Jahren auf den Alkoholkonsum Jugendlicher auswirkt. Hierfür wurden Befragungsdaten, Krankenversicherungsdaten und Ergebnisse von Testkäufen ausgewertet. Die Untersuchung zeigt einen deutlichen Anstieg des Alkoholkonsums, des Rauschtrinkens und der Krankenhausaufnahmen wegen Alkoholvergiftungen nach dem 16. Geburtstag. Besonders ausgeprägt waren die Effekte bei Jungen und bei Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien.
Regensburg
Universität Regensburg / medbo – Arbeitsgruppe Suchtforschung und Zentrum für Suchtmedizin
Die Suchtforschung der Universität Regensburg ist eng mit dem Zentrum für Suchtmedizin am medbo Bezirksklinikum Regensburg verbunden. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Norbert Wodarz verbindet sie neurobiologische und genetische Forschung mit klinischen Studien, Behandlungsforschung und der Evaluation suchtmedizinischer Versorgungsangebote.
Forschungsschwerpunkte
- Alkohol- und Opioidabhängigkeit
- genetische und neurobiologische Grundlagen von Abhängigkeitserkrankungen
- klinische Studien zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit
- Substitutionsbehandlung bei Opioidabhängigkeit
- Prävention opioidbedingter Todesfälle durch Take-Home-Naloxon
- psychische Begleiterkrankungen, insbesondere ADHS im Erwachsenenalter
- körperliche Folgeerkrankungen der Alkoholabhängigkeit
- Behandlungsverläufe und langfristige Therapieergebnisse
Zentrum für Suchtmedizin am medbo Bezirksklinikum Regensburg
Suchtforschung – Arbeitsgruppe Wodarz an der Universität Regensburg
Forschungsprojekte
BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern (abgeschlossen)
Das bayerische Modellprojekt untersuchte, wie Menschen mit Opioidabhängigkeit für den Einsatz von nasalem Naloxon bei einer Opioidüberdosierung geschult werden können. Dafür wurde ein standardisiertes Schulungsprogramm entwickelt und evaluiert. Die Teilnehmenden lernten, eine Überdosierung zu erkennen, geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten und Naloxon sachgerecht anzuwenden. Das von der Universität Regensburg federführend umgesetzte Modellprojekt lief von 2018 bis 2021.
Studieneintrag BayTHN im Deutschen Register Klinischer Studien
Ergebnisse des Modellprojekts BayTHN
HOpE – Haft bei Opioidabhängigkeit: eine Evaluationsstudie (abgeschlossen)
Das Kooperationsprojekt untersuchte die Behandlung opioidabhängiger Menschen im bayerischen Justizvollzug. Im Mittelpunkt stand die Frage, unter welchen Bedingungen eine opioidgestützte Substitutionsbehandlung oder eine abstinenzorientierte Behandlung während der Haft sinnvoll ist. Zusätzlich wurden das Befinden und die Lebenssituation der Teilnehmenden nach ihrer Entlassung untersucht. Die Regensburger Suchtmedizin war als Kooperationspartner beteiligt.
Genetische und neurobiologische Grundlagen von Abhängigkeitserkrankungen
Die Arbeitsgruppe untersucht genetische Faktoren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkohol- und Opioidabhängigkeit beitragen. Dazu gehören Untersuchungen zu Dopamin- und Opioidrezeptoren, genomweite Analysen und Arbeiten zur Bedeutung der glutamatergen Signalübertragung für Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit. Ein aktueller Projektzeitraum wird nicht ausgewiesen.
Behandlungs-, Verlaufs- und Folgeerkrankungsforschung
Weitere Forschungsvorhaben befassen sich mit der Evaluation strukturierter Behandlungsangebote für Menschen mit Alkoholabhängigkeit, längerfristigen Verläufen bei Alkohol- und polyvalenter Drogenabhängigkeit sowie genetischen und hormonellen Risikofaktoren für alkoholbedingte Lebererkrankungen. Für diese Forschungslinien wird ebenfalls kein eindeutiger aktueller Projektzeitraum angegeben.
Würzburg
Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Interdisziplinäres Zentrum für Suchtforschung (IZSW)
Das Interdisziplinäre Zentrum für Suchtforschung Würzburg bündelt die suchtbezogene Forschung verschiedener Fachrichtungen der Universität und des Universitätsklinikums. Es fördert gemeinsame Forschungsprojekte, den wissenschaftlichen Austausch sowie suchtbezogene Lehr-, Fort- und Weiterbildungsangebote.
Forschungsschwerpunkte
- substanzbezogene und nicht substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen
- Alkohol-, Nikotin- und Cannabiskonsum
- Belohnungslernen, Entscheidungsverhalten und Kontrollverlust
- Prävention und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen
- biologische, psychologische und soziale Grundlagen süchtigen Verhaltens
- interdisziplinäre Vernetzung von Forschung, Versorgung und Suchthilfe
Interdisziplinäres Zentrum für Suchtforschung Würzburg
Universitätsklinikum Würzburg – Zentrum für Psychische Gesundheit
Am Zentrum für Psychische Gesundheit arbeiten die Erwachsenenpsychiatrie, die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie weitere universitäre Arbeitsgruppen zusammen. Abhängigkeitserkrankungen bilden einen der ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte. Untersucht werden insbesondere Entscheidungsprozesse, kognitive Kontrolle und die neurobiologischen Mechanismen des Verlusts und der Wiedererlangung von Kontrolle über den Substanzkonsum.
Forschungsschwerpunkte
- Alkoholkonsumstörungen und Verlust der Kontrolle über den Konsum
- Entscheidungsverhalten, Impulskontrolle und Metakognition
- Belohnungslernen und Annäherungs- und Vermeidungsprozesse
- Computational Psychiatry und computergestützte Verhaltensmodelle
- ambulante und smartphonegestützte Datenerhebung
- funktionelle Bildgebung und nicht-invasive Hirnstimulation
- Prävention bei Kindern und Jugendlichen
Forschung in der Psychiatrie am Universitätsklinikum Würzburg
Forschungsprojekte
TRR 265 – Projekt A02: Longitudinales Monitoring kognitiver Kontrolle und des Trinkverhaltens
Das Würzburger Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs „Verlust und Wiedererlangung der Kontrolle bei Suchterkrankungen“ untersucht, wie Veränderungen der kognitiven Kontrolle und des Entscheidungsverhaltens mit dem Trinkverhalten von Menschen mit einer Alkoholkonsumstörung zusammenhängen. Mithilfe einer Smartphone-Anwendung werden die Teilnehmenden wiederholt in ihrem Alltag untersucht. Das Projekt wird von Prof. Dr. Lorenz Deserno am Universitätsklinikum Würzburg und Prof. Dr. Michael Smolka an der Technischen Universität Dresden geleitet.
Projekt A02 im Sonderforschungsbereich TRR 265
Neurowissenschaften der Entscheidungsfindung
Die seit März 2026 am Universitätsklinikum angesiedelte, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Heisenberg-Professur untersucht die neuronalen Grundlagen von Entscheidungen, Impulskontrolle, Motivation und Metakognition. Ein besonderer Anwendungsbereich sind Abhängigkeitserkrankungen, bei denen kurzfristige Belohnungen gegenüber langfristigen Zielen überbewertet werden können. Zum Methodenspektrum gehören Bildgebung, computergestützte Modellierung, Psychopharmakologie und nicht-invasive Hirnstimulation.
Neurowissenschaften der Entscheidungsfindung am UKW
XCan – digitales Serious Game zur Cannabisprävention
Das 2024 im IZSW vorgestellte Vorhaben befasst sich mit der Entwicklung eines digitalen Serious Games zur Cannabisprävention bei Kindern und Jugendlichen in Bayern. Das Projekt ist an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg verortet.
Projektvorstellung XCan im Programm des IZSW 2024 (PDF)
Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Professur für Interventionspsychologie
Die Professur für Interventionspsychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Kübler erforscht psychologische und neurobiologische Prozesse süchtigen Verhaltens. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen des Belohnungssystems sowie die Frage, ob Auffälligkeiten des Belohnungslernens Ursache oder Folge süchtigen Verhaltens sind.
Forschungsschwerpunkte
- implizites und explizites Belohnungslernen
- Nikotin- und Alkoholabhängigkeit
- Binge Drinking
- nicht substanzgebundene belohnende Verhaltensweisen
- Essverhalten, Binge-Eating-Störung und das Konstrukt der „Esssucht“
- psychologische, physiologische und neuronale Reaktionen auf suchtbezogene Reize